Landschaftsverband Rheinland - Qualität für Menschen

DER KÜNSTLER MAX ERNST

Der Maler, Bildhauer, Zeichner und Dichter Max Ernst ist einer der wichtigsten Vertreter des Dadaismus und Surrealismus. Früh bricht er mit den konventionellen künstlerischen Techniken und wendet sich konsequent der Anwendung indirekter Arbeitsmethoden zu: Übermalungen, Collage, Frottage (Durchreibeverfahren), Grattage (Abkratzverfahren) oder das Abklatschverfahren dienen der systematischen Befragung der Bereiche "Jenseits der Malerei" (Max Ernst). Unter der Ausschöpfung halluzina- torischer Fähigkeiten interpretiert der Künstler Gegen- stände und Strukturen aus seiner Umwelt neu, um so seine visionäre Wahrnehmung der Welt zu fixieren. Die Verfremdung des Alltäglichen sowie die irritierende Inszenierung des Unerklärlichen und des Traumhaften werden dabei immer wieder durch Ironie und Humor gebrochen.

1891
Am 2. April wird Max Ernst in der Schlossstraße in Brühl als Sohn des Taubstummenlehrers Philipp Ernst und seiner Frau Luise geboren. Er erhält Malunterricht durch seinen Vater, der in seiner Freizeit als Autodidakt zeichnet und malt.

1910-1914
Während seines Studiums der Altphilologie, Philosophie, Psychologie und Kunstgeschichte an der Universität Bonn freundet sich Max Ernst mit dem Bonner Expressionisten August Macke an. Bei ihm lernt er Robert Delaunay und Guillaume Apollinaire kennen.
1913 beteiligt sich Max Ernst an der Ausstellung "Rheinische Expressionisten" im Buch- und Kunstsalon Cohen in Bonn und am "Ersten Deutschen Herbstsalon" in der Galerie Der Sturm in Berlin.
In Köln begegnet Max Ernst 1914 den zwei Jahre jüngeren Hans Arp und schließt mit ihm lebenslange Freundschaft.

1914-1918
Militärdienst im 1. Weltkrieg.
1916 Erste Einzelausstellung in der Galerie "Der Sturm".
1917 erscheint von Max Ernst in der Zeitschrift "Der Sturm" (7. Jg., Nr. 5) der expressionistische Aufsatz "Vom Werden der Farbe".
Kurz vor Kriegsende heiratet Max Ernst in Köln die promovierte Kunsthistorikerin Luise Straus, die er während des Studiums in Bonn kennenlernte. 

1919
Im Sommer 1919 fährt Max Ernst zusammen mit seiner Frau, Johannes Theodor Baargeld (Alfred Ferdinand Gruenwald) nach München und besucht dort Paul Klee. In der Buchhandlung Goltz entdeckt Max Ernst in der Zeitschrift "Valori Plastici" Werke von Carlo Carrà und Giorgio de Chirico.
Mit Baargeld und Hans Arp gründet Max Ernst im Herbst die Kölner Dada-Bewegung. Max Ernst arbeitet mit Klischeedrucken, Bleistiftdurchreibungen, Übermalungen und Collagen. Anfang 1920 erscheint die Lithographien-
mappe "Fiat modes pereat ars".

1920 
Geburt des Sohnes Ulrich, genannt Jimmy.

1921
Großes Dada-Treffen in Tarrenz (Tirol), wo Max Ernst, Hans Arp, Tristan Tzara, Johannes Theodor Baargeld und André Breton zusammenfinden. Im Septemer erscheint dann die Zeitschrift "Dada au grand air - Der Sängerkrieg in Tirol".
2. Mai: Erste Max Ernst - Ausstellung in Paris. In der Galerie Au Sans Pareil werden erste Werke indirekter Arbeitsweise gezeigt.

1922
In Zusammenarbeit mit Paul Eluard werden die Gedichtbände "Répétitions" (Wiederholungen) und
"Les malheurs des immortels" (Die Unglücksfälle der Unsterblichen) veröffentlicht. Hierfür trägt Max Ernst Collagen bei.
Max Ernst siedelt nach Paris über und wohnt bei den Eluards.

1924
André Breton veröffentlicht am 15. Oktober das Surrealistische Manifest. Bei der Entwicklung der surreali- stischen Kunst wird Max Ernst eine herausragende Rolle spielen.

1926
Es erscheint bei Jeanne Bucher in Paris die "Histoire naturelle" (Naturgeschichte), eine Mappe mit 34 Lichtdrucken nach Frottagen.
Scheidung von Max Ernst und Luise Straus.

1927
Heirat mit der Französin Marie-Berthe Aurenche.
Max Ernst malt in Serien Wald- und Muschelbilder, Vogeldenkmäler und Hordenbilder.

Die Jahre 1929 - 1976