Landschaftsverband Rheinland - Qualität für Menschen

Wrapped!
Die Kunst von Christo und Jeanne-Claude aus der Sammlung Würth

22. Mai - 26. September 2010

Christo Wladimirow Javacheff und Jeanne-Claude Denat de Guillebon werden beide am 13. Juni 1935 geboren, er in Bulgarien, sie in Marokko. Christo studiert Kunst in Sofia und Wien, Jeanne-Claude Philosophie und Latein in Tunis. Beide lernen sich 1958 in Paris kennen und werden ein Paar. Von diesem Zeitpunkt an verschreiben sie sich ihren gemeinsamen, unvergleichlichen Kunstprojekten, mit denen Sie weltberühmt werden sollen. 1964 zieht das Paar nach New York City, wo Jeanne-Claude unerwartet am 13. November 2009 verstirbt.
Das Max Ernst Museum Brühl des LVR zeigt im Gedenken an Jeanne-Claude und zu Ehren des außergewöhnlichen Künstlerpaares in Zusammenarbeit mit der Sammlung Würth eine Ausstellung mit über 70 Werken – Collagen, Zeichnungen, Skizzen, Objekte und Modelle – die die wichtigsten Stationen ihrer Projekte widerspiegeln. Ergänzt wird die Präsentation durch Fotografien von Wolfgang Volz, der die Aktionen über die Jahrzehnte begleitete und dokumentierte.
Die Projekte, mit denen Christo und Jeanne-Claude bekannt wurden, haben immer wieder gezeigt: aus Visionen, deren Realisierungen scheinbar unmöglich erscheinen, wird Wirklichkeit, die zeigt, dass sich die Grenzen des Machbaren immer weiter verschieben lassen. Christo beginnt seine künstlerische Laufbahn als Maler, bevor er zu seiner unnachahmlichen Kunst gelangt. Zunächst in Form verpackter Alltagsobjekte steigern sich seine Arbeiten zu jenen atemberaubenden Projekten, bei denen ganze Landschaften oder Bauwerke verwandelt werden. Diese erhalten durch ihre Verfremdung eine völlig neue Ästhetik und Bedeutung. Stets geht das Künstlerpaar bei den Vorhaben gemeinsam vor. Christo sorgt für die künstlerische Planung, Skizzen, Collagen, Jeanne-Claude für die Koordination und Umsetzung der Mammutprojekte. Dabei vergehen zwischen Planung und Realisierung häufig Jahre bis Jahrzehnte. Immer wieder kommt es zu Verzögerungen, bedingt durch Einwände von Regierungen, Umweltschützern, Projektgegnern oder Anwohnern. „Ohne Widerstand gibt es keinen Christo-Effekt", schreibt Werner Spies. So beginnen die Planungen zu ihrer wohl bekanntesten Aktion in Deutschland, der Verhüllung des Berliner Reichstags, bereits 1971, zur Ausführung gelangt das Projekt aber erst 1995.

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Eines jedoch ist allen ihren Unternehmen gemein – sie sind nur temporär, existieren häufig nur wenige Wochen, und sie wiederholen sich niemals. Nach einem festgesetzten Zeitraum verschwinden sie genauso schnell und spurlos, wie sie errichtet wurden. Alles was bleibt sind Erinnerungen und Fotografien sowie Christos vorbereitende Arbeiten, allesamt integrale Bestandteile ihrer Projekte.
Die Ausführung aller Projekte des Künstlerpaares wird akribisch vorbereitet, die Projektskizzen nehmen in der künstlerischen Darstellung das vorweg, was den Betrachter erwarten wird. Dabei loten sie immer wieder die Schwelle aus zwischen Utopie und Realisierbarkeit. Die Ausführung gleicht dem Dirigieren eines riesigen, vielstimmigen Symphonieorchesters, welches auf den Punkt etwas erschafft, das wir, die Betrachter, uns nicht vorzustellen gewagt hätten und das alle Skeptiker auf einen Schlag ihrer Argumente beraubt. Selbst die ärgsten Gegner der Aktionen müssen zugeben, dass etwas Wundervolles geschaffen wurde, dass aus dem vermeintlich Sinnlosen und Paradoxen etwas entstanden ist, was die Menschen begeistert und überwältigt. Sie erblicken ihre Umwelt in einem neuem Licht.
Die Werke sind durchgehend Leihgaben aus der Sammlung Würth, zu der auch eine der größten privaten Kollektionen zum Werk von Christo und Jeanne-Claude gehört. Parallel wird in der Kunsthalle Würth, Schwäbisch Hall, das Künstlerdue mit einer Ausstellung geehrt.

Anlässlich der Ausstellung ist ein Sammelband von Werner Spies erschienen mit dem Titel "Christo und Jeanne-Claude - Grenzverlegung der Utopie", Berlin University Press 2010, mit 198 Seiten und 40 farbigen Abbildungen (19,90 €).

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Veranstaltungen zu "Wrapped! Die Kunst von Christo und Jeanne-Claude aus der Sammlung Würth"

Führungen

Führungen durch die Sonderausstellung jeden Samstag um 15.30 Uhr, jeden Sonntag 13.30 Uhr und 15 Uhr, sowie jeden 1. Donnerstag im Monat, 19 Uhr.
Dauer: 1 Stunde
5 €/3 € (zzgl. Eintritt)

Freitag, 20.8.2010, 16.30 Uhr

Vom Objekt zum Großprojekt - Die Entwicklung der Kunst von Christo und Jeanne-Claude

Objekte, die der Zeichner und Maler Christo Wladimirow Javacheff in den späten fünfziger Jahren in Paris schuf, sind Ausgangspunkt einer künstlerischen Entwicklung, die später in jenen Großprojekten mündete, mit denen das Künstlerpaar weltberühmt werden sollte. Die Führung zeichnet die Stationen ihrer einzigartigen Kunst nach und ermöglicht einen Einblick in die spannende Entstehungsgeschichte der Aktionen.
Jasper Hallmanns
Dauer: 1 Stunde
5 €, ermäßigt 3 € (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erbeten bis 3 Tage vor Termin.

kulturinfo rheinland
Tel +49 (0)2234 9921-555
Fax +49 (0)2234 9921-300
E-Mail: info@kulturinfo-rheinland.de

Freitag, 10.9.2010, 16.30 Uhr

Kuratorenführung Christo und Jeanne-Claude


Am 13. Juni wäre Jeanne-Claude, die am gleichen Tag wie Christo geboren wurde, 75 Jahre alt geworden. Leider verstarb sie unerwartet Ende letzten Jahres. Das Max Ernst Museum Brühl des LVR zeigt im Gedenken an Jeanne-Claude und zu Ehren des außergewöhnlichen Künstlerpaars eine Ausstellung mit Werken aus der Sammlung Würth. Durch ihre Kunst der Verhüllung verfremdeten sie Landschaften, Bauten und Objekte. Ihre bekanntesten und wichtigsten Projekte stellt Dr. Achim Sommer, Museumsdirektor und Kurator der Ausstellung, vor. Dauer: 1 Stunde.
5 €, ermäßigt 3 € (zzgl. Eintritt) | Anmeldung erbeten bis 3 Tage vor Termin

kulturinfo rheinland
Tel +49 (0)2234 9921-555
Fax +49 (0)2234 9921-300
E-Mail: info@kulturinfo-rheinland.de

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Filmvorführungen

Sa./So. 3./4., 10./11., 17./18., 24./25. und 31. Juli 2010
Sa./So. 1., 7./8., 14./15., 21./22. und 28. August 2010
Sa./So. 5., 11./12., 19., 25./26. September 2010

Christo & Jeanne-Claude


An all diesen Tagen beginnen die Vorführungen der folgenden Filme jeweils um:
11.30 Uhr: Valley Curtain
12 Uhr: Running Fence
13.15 Uhr: Surrounded Islands
14.15 Uhr: Christo in Paris (Pont Neuf)
15.30 Uhr: Interview mit Christo
Schon seit den ersten Aktionen begleiten die amerikanischen Dokumentarfilmlegenden Albert und David Maysles die Planung und Umsetzung der spektakulären Kunstprojekte von Christo und Jeanne-Claude. In einzigartigen Bildern dokumentieren die Filmemacher das vermeintliche Scheitern und die schwer errungenen Triumphe der Projekte »Valley Curtain« (USA, 1972), »Running Fence« (USA, 1976), »Surrounded Islands« (USA, 1983) und »Pont Neuf« (Frankreich,1985). Das Programm wird durch ein Interview mit Christo aus dem Jahr 2003 abgerundet.
Der Besuch der Filmvorführungen ist im Museumseintritt enthalten.

1. Juli - 26. September 2010, dienstags bis sonntags, 16.15 Uhr

Dem deutschen Volke – Verhüllter Reichstag, 1971–1995


Über 20 Jahre lang bemühten sich Christo und Jeanne-Claude um die Realisierung ihres Projekts »Wrapped Reichstag« in Berlin. Mit etwa 5 Millionen Besuchern wurde die zweiwöchige Aktion nicht nur zu einem außergewöhnlichen Publikumsmagneten, sondern löste auch eine leidenschaftliche politische und ästhetische Debatte aus. In ihrer faszinierenden Dokumentation ermöglichen die Brüder Wolfram und Jörg Daniel Hissen einen detaillierten Blick hinter die Kulissen des Kunstwerks.
Bitte beachten Sie, dass an folgenden Terminen keine Filmvorführung stattfindet:
6., 7. Juli; 29. August; 4., 7., 9., 15., 18., 21., 23. und 24. September

Der Besuch der Filmvorführungen ist im Museumseintritt
enthalten.

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